Klassentreffen 2009 in 79312 Emmendingen

(kleine Kreisstadt rund. 20 km nördlich von Freiburg i. Breisgau)

 

Es war das sechste Treffen unseres Jahrgangs (1950-1961, Abitur oder andere Abschlüsse in Bukarest, Schäßburg oder sonstwo) – dieses Jahrgangs, der noch den Unterricht im Schulgebäude neben der Evangelischen Kirche in der strada Luterana erlebte, dann, 1958, den Umzug in das Haus neben dem neu errichteten Gebäude des rumänischen Rundfunks in der strada Nuferilor (ehemals Popov, und noch viel früher und heute wieder: G-ral Berthelot), der Jahrgang, dem noch Drill beigebracht wurde (Aufstehen, wenn der Lehrer eintritt, ordentliches Aufstellen in Zweierreihen im Pausenhof etc.), in dessen Fibeln das Porträt von Väterchen Stalin prangte, dessen Lehrpläne voller parteipolitischem Unsinn steckten, der noch zur „defilare“ (am 1. Mai, am 23. August, am 7. November) und in den Sommerferien zum Arbeitsdienst musste, der, im politischen Unterricht, ins Heft zu schreiben hatte: „Moralisch ist, was dem Kommunismus dient“. Dieser Jahrgang erinnert sich, trotz alledem (ach ja, trotz der Angst vor Extemporalen, Aufgerufenwerden, Erwischtwerden etc., all diesen grässlichen Schülernöten), gern an diese Zeit, denn, erstens, man hat’s überstanden, zweitens, man hatte auch wunderbare Lehrer (Frau Heydendorff – das “von“ in ihrem Namen war damals klassenkämpferisch verpönt – Herr und Frau Braedt, Frau Henning, Frau Jost, Herr Wilk, Herr Saftu etc.), die einen gewissermaßen „in der Furcht des Herrn“ erzogen, aber, weil in ihren Fächern souverän, alle Respekt verdienten und die, so gut es ging (es war ja das Zeitalter der großen Angst), den Unsinn der Lehrpläne umgingen. Und drittens, das Leben neben dem Unterricht – die Schulausflüge, die Spiele, die Liebschaften und die entsprechenden Tragödien, die Streiche - einander und den Lehrern gespielt, die Freundschaften, die Bindungen, die oft bestehen geblieben sind, auch wenn man weit weg zog oder jahrelang nichts voneinander hörte.

 

Es fehlten beim heurigen Treffen, in Emmendingen, nicht wenige Kollegen, auch zwei jüngst verstorbene waren zu beklagen, und dennoch waren wir ein flotter kleiner Haufen (jawohl, auch wenn wir alle das Rentenalter erreicht haben und manche vielfache Großeltern sind): 20 Kollegen, 16 Ehepartner und leider nur ein Lehrer (Herr Erwin Wilk, unser Turnlehrer mit Ehefrau). Da wir uns diesmal fürs Treffen fast drei Tage Zeit genommen hatten und Ausflüge ins Umland machten (übrigens vorzüglich ausgedacht und organisiert von Eduard Nietz und Bruno Bertleff), konnten wir uns auch ausführlicher beäugen und mehr erzählen und auch manches Leid klagen.- Das nächste Treffen findet wieder in Emmendingen schon in zwei Jahren statt, 2011, denn dann ist es genau 50 Jahre her, dass wir von allem möglichen träumten, nur nicht von Rente und Enkelkindern.

 

Ilse Lauer, geb. Brandsch

 

 

Herren:  Adrian Becker, Robert Pugler, Peter Blaschka, Günther Wagner, Dieter Müller, Dieter Mehl, Heider Auner,
Herr Erwin Wilk; auf dem Bild fehlen Eduard Nietz und Christian Eisenburger (Boiangiu)

 

 

Damen: Ilse Lauer (Brandsch), Gabi Vasilade (Stanescu), Annemarie Combecher (Altmann), Uta Nae (Prediger),
Sabine Condiescu (Rieger), Eva Damm (Luitle), Rita Serban (Christophor), Inge Kessler (Preis), Renate Schmidt (Dietrich)

 

 

Von links: Sabine Condiescu (Rieger), Uta Naie (Prediger), Ilse Lauer (Brandsch), Renate Schmidt (Dietrich),
Inge Kessler (Preis), Eva Damm (Luitle), Inge Dussel (Liess), Annemarie Combecher (Altmann)

 

 

Hier noch einmal alle miteinander…!